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Samstag, 01. Oktober 2005 15:16 Uhr Alter: 14 yrs

Zauberflöte auf der Salzburg

Zweiter Salzburg-Klassiker lockt mehr als 850 Besucher in das herrliche Burgambiente - Wiener Mozart Oper inszeniert die "Zauberflöte" in klassischer Weise


Endlich wieder ein großes Kulturereignis in der Salzburg. Mehr als 850 Besucher wollten den zweiten Salzburg-Klassiker sehen. Die Stadt Bad Neustadt und der Verein "Kultur ...FÜR... humanitäre Hilfe" hatten zu der Großveranstaltung geladen. Bereits zwei Wochen vorher waren die Karten für die Salzburg schon weg. Kein Wunder, bei einem Programm, das Mozarts "Zauberflöte" ankündigte. Schon allein wegen der Namensgleichheit von Mozarts Geburtsstadt und der Burg über Bad Neustadt. Die Städtische Kulturarbeit unter der Leitung von Dr. Hans Baigger hatte für die Inszenierung der Wiener Mozart Oper gleich zwei Bühnen im riesigen Innenhof der Salzburg aufstellen lassen. Eine zwölf mal acht Meter große und sechs Meter hohe Hauptbühne für das Opernspektakel und eine kleinere Bühne für das 30-köpfige Orchester.

Als die Ouvertüre der "Zauberflöte" erklang erfüllte sich für die Veranstalter ein Traum. Und das bei idealen äußeren Bedingungen. Lediglich einige kühle Windböen der beginnenden Nacht ließen manchen Besucher ein wenig frösteln und brachten Wallung in den leichten Vorhang der Hauptbühne. Nach der ersten Auflage des Salzburg-Klassikers vor drei Jahren war dies nun die zweite Veranstaltung im Innenhof der Salzburg. Und alles wieder für einen guten Zweck. Die beiden Vorsitzenden des Vereins ...FÜR... Michael Diestel und Eberhard Räder warben um Unterstützung für das neue Projekt in Rumänien. Nachdem vor einem Jahr die Großküche im ältesten Kinderkrankenhaus Europas in Temesvar auf Initiative von ...FÜR... eingebaut werden konnte, ist ein Bauernhof das nächste Betätigungsfeld des Vereins. In Bakowa, einem kleinen Dorf in der Nähe von Temesvar, soll eine Jugendfarm entstehen, in welcher Straßenkindern und Obdachlosen der Wiedereinstieg in die Gesellschaft ermöglicht werden soll. Einen Schlepper, den der Verein ...FÜR... nach Bakowa bringen möchte, war vor dem Burgtor der Salzburg aufgestellt, seine Schaufel als Spendentopf umfunktioniert worden. In einem eigens für den Salzburg-Klassiker aufgelegten Begleitheft warben die Veranstalter und die Sponsoren für das Projekt, das in den kommenden fünf Jahren mannigfaltige Hilfe nach Rumänien transferieren möchte. Der Vorsitzende des Vereins ...FÜR... Michael Diestel verlas nach der Begrüßung durch Bürgermeister Bruno Altrichter ein Grußwort vom Leiter der Caritas Temesvar, Herbert Grün, für den Salzburg-Klassiker.

Seit dreißig Jahren ist die Wiener Mozart Oper, ein Gastspieltheater, in ganz Europa unterwegs. Ihre Inszenierung der "Zauberflöte" richtete sich weitgehend nach der Urfassung Mozarts und dem Text von Emanuel Schikaneder. Auch das prächtige Bühnenbild war klassischen Ursprungs. Die Entwürfe hierzu stammen von Karl Friedrich Schinkel, der 1816 dieses Bühnenbild für die Staatsoper Berlin kreierte. Die Sängerinnen und Sänger ebenfalls in klassischer Kostümierung. Vor einem mit Sternen überfluteten Nachthimmel bestehen die beiden Helden Tamino und Papageno Abenteuer auf der Suche nach der Liebe. Dass sie diese letztlich in Person von Pamina und Papagena finden, ist Geschichte. So witzelt und albert sich Thomas Schürmann als Papageno durch eine ihm unverständliche Welt. Sowohl seine schauspielerischen Leistungen wie auch die Stimme des Baritons gehörten zu den Höhepunkten des Abends. Sein Freund Tamino (Siegfried Verhovnig) blieb indes ein wenig blass. Szenenapplaus erhielt die Königin der Nacht (Ildiko Prohaska) für ihre berühmte Arie und auch Birgit Williams-Beer als Pamina konnte überzeugen. Eindrucksvoll inszeniert die Auftritte des Herrschers Sarastro, in dessen Rolle Andrea Malinowski allerdings stimmlich nicht zu begeistern wußte. Gespickt war die Inszenierung der „Zauberflöte“ mit witzigen Szenen, unter anderem dem Auftritt „wilder“ Tiere. Das Orchester spielte sehr routiniert auch wenn Dirigent Leo Satini seine Musiker einige male vehement in der Spur halten musste. Kleinere Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Sängern und Orchester waren kulissenbedingt.

Lange anhaltender Applaus, Bravos für Thomas Schürmann als Papageno. Bleibt nur zu hoffen, dass es jetzt nicht wieder drei Jahre dauert, bis die nächste Auflage des Salzburg-Klassikers in diesem traumhaften Burgambiente erklingt. Man darf gespannt sein. (Text und Bilder: Stefan Kritzer)