Hilfsprojekt aktuell

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Donnerstag, 23. Juli 2015 22:34 Uhr Alter: 4 yrs
Von: S. Kritzer

Bessere Luft im Obdachlosenasyl

Der Verein Kultur ...FÜR... humanitäre Hilfe hat mit dem Erlös aus dem Salzburg-Klassiker 2013 eine Unterkunft in Temeswar baulich verbessert


Bilder: Armin Röder/Hans-Jörg Kind

Im Juli 2013 freute sich der Verein Kultur ...FÜR... humanitäre Hilfe beim Salzburg-Klassiker über ein ausverkauftes Konzertereignis. Die Italienische Nacht spielte dem Verein einen stattlichen Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten zu, den die Verantwortlichen nach eigenen Angaben immer persönlich in ein Hilfsprojekt einbringen. Der Erlös des Salzburg-Klassikers 2013 ging nach Rumänien. In der Großstadt Temeswar spendierten die Vereinsmitglieder dem Obdachlosenasyl eine Lüftungsanlage. Dass die Luft zuvor in dem Haus nicht von besonderer Qualität war, davon hatte sich der Verein bei einem Besuch bereits ein Jahr zuvor überzeugt.

Ein stattliches Haus aus der Habsburger Zeit im Zentrum von Temeswar. Doch die mittlerweile in hellen Farben restaurierte Stuckfassade hat nichts mit der Armut zu tun, die im Innern herrscht. Die Caritas Temeswar unterhält in dem Haus in der rumänischen Großstadt ein Nachtasyl für Obdachlose. Den armen Menschen, die kein eigenes Dach über dem Kopf haben, soll in dem Asyl zumindest nachts eine Bleibe und eine warme Mahlzeit geboten werden können. Besucht wird das Nachtasyl in den Sommermonaten von täglich rund 60 Obdachlosen, in den grimmigen Wintermonaten aber von bis zu 150 Personen. Und genau da lag das Problem. Das Haus war für diese Mengen an Gästen nicht gerüstet, die Lüftung der sanitären Einrichtungen wie auch der Schlafräume erfolgte nur über die Fenster. Bei Eiseskälte draußen halt auch gar nicht. Die Folge: Schwarzschimmel breitete sich flächenhaft an den Wänden aus. Genau da sah der Verein Kultur ...FÜR... humanitäre Hilfe bei einem Besuch in Temeswar im Frühjahr 2012 Handlungsbedarf und beschloss, den Erlös des Bad Neustädter Kulturereignisses Salzburg-Klassiker in eine Lüftungsanlage zu investieren.

"Es gab keine genauen Pläne vom Nachtasyl", schilderte Architekt Armin Röder bei der Präsentation einer Fotoserie in der Unslebener Krone Schenke vor Mitgliedern des Vereins ...FÜR...  und Mitorganisatoren des Salzburg-Klassikers, darunter der geschäftsleitende Beamte der Stadt, Michael Weiß, Carolin Fritz-Reich von der Kulturagentur des Landkreises und der Geschäftsführerin der Tourismus und Stadtmarketing GmbH, Anja Hildmann die anfänglichen Probleme bei der Planung. Gemeinsam mit seinem Architektenkollegen Hans-Jörg Kind aus Tambach-Dietharz in Thüringen - beide sind langjährige Mitglieder im Verein ...FÜR... - reiste Röder wiederholt nach Temeswar, um das Nachtasyl zu vermessen und den Einbau der Lüftungsanlage vorzubereiten. Schließlich sollten nicht nur die Schlaf- und Sanitärräume an die Lüftung angeschlossen werden, sondern alle Zimmer des Hauses. Ein Projekt, dass die finanziellen Möglichkeiten des kleinen Vereins aber bei weitem sprengte.

"Wir konnten wieder einmal ein Netzwerk bilden, dass es uns mit Hilfe von Unternehmen ermöglichte, die Lüftung im Nachtasyl in Temeswar trotzdem realisieren zu können", sagte der Vorsitzende des Vereins, Michael Diestel. Die beiden Architekten Röder und Kind holten weitere Unternehmen mit in das Projekt, die sich teilweise sehr spendabel bei der Umsetzung zeigten. Das Büro Helfrich Ingenieure aus Bad Kissingen war bei der Planung der Lüftungsanlage maßgeblich beteiligt, die Lieferung des Rohrsystems und Zubehörs sponserte die Firma Richter und Frenzel aus Würzburg zu einem erheblichen Teil.

Das eigentliche Lüftungsgerät stellte die Karl Endrich KG aus Würzburg und die Firma Heinemann als Hersteller zu einem unschlagbaren Preis zur Verfügung. Auch für den Einbau vor Ort holten sich Armin Röder und Hans-Jörg Kind professionelle Hilfe von Mitarbeitern der Firma Roland Nöhrhoff Heizung, Lüftung und Sanitär aus Tambach-Dietharz. Das gesamte Material der Lüftungsanlage schließlich hat die Bad Neustädter Spedition Geis kostenfrei nach Rumänien geliefert. "Nur in diesem Verbund aus ehrenamtlicher Leistung und mit Unterstützung der Firmen war dieses Projekt umsetzbar", sagte Diestel. Hans-Jörg Kind schätzte das Gesamtvolumen des Einbaus der Lüftung auf mehr als 20.000 Euro. Tatsächlich investiert hat der Verein ...FÜR... durch die Unterstützung der Firmen aber lediglich rund 7.500 Euro, sprich etwas mehr als der Erlös aus dem Salzburg-Klassiker 2013.

Firmen und Personen, die uns bei der Umsetzung Lüftungsanlage geholfen haben:

- Planung der Lüftungsanlage und Akquise der Lieferanten (Sponsoren):
Helfrich Ingenieure Projektierungsgesellschaft mbH, Bad Kissingen

- Lieferung und Teilsponsoring Rohrsystem und Zubehör:
Richter+Frenzel GmbH, Würzburg
 
- Lieferung und Teilsponsoring Lüftungsgerät:
Karl Endrich KG, Würzburg
Fa. Heinemann (Hersteller Lüftungsgerät)
 
- Einbau der Lüftungsanlage:
Roland Nöhrhoff Heizung+Lüftung+Sanitär, Tambach-Dietharz